Scorpions Konzert in Colmar /Frankreich, 10.09.2005


Nachdem ich die Nacht zuvor gegen 03:00 Uhr von meiner Tochter ( 1 Jahr ) geweckt wurde, konnte ich nicht mehr so recht einschlafen. Um 06:00 Uhr dann raus und zur Frühschicht. Zum Glück konnte ich etwas früher nach hause, so gegen 14:30 Uhr. Schnell 'ne Dusche, mit den Kindern noch'n bisschen gespielt und . . . das Handy klingelt. Kommt total selten vor, dass mich da einer anruft und ich dachte zuerst, es sei YASI, denn mit dem wollte ich mich ja in Colmar/F treffen. Nee, war der Wolfgang Strauss von der offHP. Hatte ihm die Woche mal wieder eine Mail geschrieben und meine Nummer hinterlassen. Und schwupp: "he, machen kurzfristig ein Meet And Greet mit der Band und ich habe Pässe dafür. Halb acht am Bierstand!" Huiuiui, Aufregung und Freude! Waaas, nach 26 Jahren Scorpsfan sollte es heute endlich soweit sein? Kurz nach 16:00 Uhr dann ab und los. In Colmar hoffnungslos im Industriegebiet verfranzt. Das war ja echt sooo weitläufig und überhaupt keine Hinweisschilder mehr. Zum Glück konnte ich einen Jogger anhalten der mir mmit jeder Menge französischer Wörter den Weg erklärte: ein einfaches „ le direction là, à gauche et voilà“ hätte genügt! Sei’s drum, noch einen guten Parkplatz erwischt und ab aufs Gelände. Den Fotoapparat in die Hose gesteckt, man weiss ja nie. Drinnen Yasi, Tansu und noch einen aus Schaffhausen getroffen, dessen Name mir leider nicht mehr einfällt. Gegen 19:30 dann ab zum Bierstand und siehe da, da steht die FOS komplett versammelt wie die Hühner auf der Stange. Wolfgang gibt mir meinen Aufkleber „ Guest“ und ab damit an die stählerne Männerbrust! Dann lernte ich auch endlich mal David aus Mannheim kennen; schon etwas schräg die Type. Und dann erblickte ich sie, die „Schweigsame“ J : Christina alias Skywriter. An ihrer Seite Gabi aus Ungarn und Teufelchen 66 alias Petra. Dann war da noch Günni und so zogen wir dann los hinter die Halle und standen da wie bestellt und nicht abgeholt. Einige machten Fotos, andere freuten sich nur. Es war auch ein TV-Team von Spiegel-TV da, die uns doch tatsächlich interviewten. Sie wollten eine Reportage über Groupies machen und ich stand schön Rede und Antwort – auch wenn ich absolut nix über Groupies weiss, geschweige denn eine gesehen hätte. Aber dann habe ich es mir doch noch so richtig gegeben, wollte Liebkind machen und sagte, dass ich Spiegel-TV sehr gut finde und sie sollten doch dem Günter Jauch `nen Gruss ausrichten; „der ist SternTV, nicht Spiegel-TV!!!“ Ach Du Sch… J Egal, habe mich später via e-mail bei Spiegel-TV für diesen faux pas entschuldigt! Dann war es endlich soweit, die SCORPIONS betraten die Bühne, resp. Die Zufahrt hinter der Halle. Gleich stürzten sich die Fans auf sie, einige Umarmungen zwischen den Bandmitgliedern und Fans, die sich wohl schon öfter getroffen haben. Blitz, Blitz, etliche Fotos wurden geschossen und Autogramme verteilt. Etwas perplex stand ich am Rande und sog die ganze Atmosphäre in mich auf. Aber halt, die Gelegenheit für mich endlich mal ein „persönliches“ Autogramm zu ergattern und auch Schnappschüsse mit der Band machen zu können. Also nicht wie angewurzelt stehen bleiben und rein ins Getümmel. Ist aber leichter gesagt als getan, bin da eher etwas zurückhaltender. Doch plötzlich stand Pawel neben mir, schwarz wie immer mit Sonnenbrille auf dem Kopf. „hey, nice to meet you“ ( mann, mein Englisch ist aber auch so was von beschränkt J ), Händeschütteln und Foto gemacht ( Danke Yasi ). Zum Glück ist der nette Pole wohl auch eher ein Vertreter der ruhigen und sehr netten Art und betrachtete das Schauspiel aus der ferne. Nun war aber das Eis und ich zog los zum Kreuzzug eines Autogrammjägers. Am anderen Rand traf ich auf Klaus und ich merkte schnell, dass ich ebenfalls in den Pulk musste, den dorthin orientierte sich alles. Dennoch grapschte ich mir den Sänger, hielt ihm mein Schweizer Fähnlein unter die Nase und liess ihn unterschreiben. Schnell mich für die tolle Musik, Konzerte bedankt und gesagt, dass ich 26 Jahre auf diesen Augenblick gewartet hatte. Dann das obligatorische Foto und schnell noch’n Gruss meiner Frau nachgeschoben: „ja, Danke, schönen Gruss zurück“ – Wow! Dann zu Rudolf, ganz professionell, und auch ihm mein Sprüchlein gesagt. Er fand das ganz schön. Plötzlich stand Tatyana vor mir und meinte, sie wolle mein Hose fotografieren. Nun gut dachte ich, wenn schon nicht mich, dann eben meine „Pants“ J. Aber lustig fand ich es schon . . . Anschliessend weiter zu James, der sich recht Mühe gab sein „J“ schön auszumalen. Dann Matthias; ein abgebrühtes „Yeah“ in die Kamera und schon war er weg. Plötzlich stand wieder Pawel neben mir und schnell noch sein Autogramm auf’s Fähnlein drauf; merci vielmohl. Und nu? Hatte ja was ich begehrte. Schlenderte also um die Meute herum. Hätte gerne mehr mit der Band gesprochen, aber das war unmöglich. So erblickte ich wieder Tatyana, die Mutterseelen allein da stand und als Mann der Stunde ( höhö ) ergriff ich die Gelegenheit beim Schopfe und so konnte Yasi ein schönes Bild von der Schönen und mir machen! Dann war es auch schon vorbei und wir mussten wieder den Weg des Fussvolkes antreten und uns mit der Masse verschmelzen. Christina hatte ja mal wieder eine ihrer Mammuttouren hinter sich gebracht und eine gewisse Gabi aus Ungarn mit. Weiss jetzt nicht ob ich das sagen darf, aber Gabi ist blind und so wurden wir beim gang , Christina links, ich rechts bei Gabi eingehakt, in den Innenraum von einem Ordner abgepasst und dieser steuerte in bester Absicht die „Rollstuhlsektion“ an. So kamen wir ( Christina, Petra, Günter, Gabi und ich ) zu dem zweifelhaften Vergnügen in einem besonderen Bereich zu sitzen. Von hier hatte man leider keinen sooo guten Blick zur Bühne und auch der Sound kam hier nicht sooo toll an. Doch denke ich Gabi war zumindest der Ausblick egal. Auch durften wir nicht vom Sitz aufspringen und abrocken, da ein Ordner uns immer zum sitzen bleiben anhielt. Verständlich, da hinter uns die Rollstuhlfahrer eben dann gar nichts mehr sehen konnten. Uli’s Konzert ist meiner Ansicht nach nicht jedermanns Sache. Anfangs spielte er, und das hat mich dann schon etwas überrascht, langweiligen Allerwelts Rock. Hätte auch jede andere Band sein können, die man nicht kennt oder deren Name man gleich vergessen würde. Danach endlich typische Uli-Gitarrenmusik. Klassisch und spieltechnisch angehaucht. Aber die Post ging erst ab, als er das Intro zu „Sails of Charon“ anstimmte und viele weitere Scorpsklassiker aus den Siebzigern trällierte. So z.B. auch „Virgin Killer“ und „Fly to the rainbow“. Klasse!!! Gegen 22:20 Uhr aber ging’s endlich los, die SCORPIONS enterten in bekannter Weise die Bühne: NEW GENERATION, LOVE EM OR LEAVE EM, BAD BOYS RUNNING WILD und THE ZOO, Kracher auf Kracher, tolle Show und die Jungs waren wie immer gut drauf und hatten ein Dauerlächeln im Gesicht. Wie ich überhaupt finde, spielten die Scorps auf dieser Tour fast immer ein differenziertes Programm – das habe ich auch schon viel „langweiliger“ erlebt – sodass es sich echt lohnte, mehrere Konzerte zu besuchen. Und eben habe ich das Gefühl, dass es ihnen so richtig Freude bereitet auf der Bühne zu stehen und abzurocken. Würde sagen die Chemie stimmt wohl wieder! So ging es weiter im Programm und dann kam mal wieder Uli Roth auf die Bühne. Herzliche Umarmung mit Klaus Meine, jugendliches Abklatschen mit Rudolf Schenker und ein, nuja, reserviertes zurBegrüssungHandindieLuftgestreckt von Matthias. Und sie spielten einiges aus TokyoTapes Zeiten. Echt klasse und mit drei Gitarren hörte sich das ganze dann auch prima an ( wäre `ne Option für die Zukunft – aber wird es wohl nie geben ). Der Zugabenteil enthielt dann auch wieder eine Überraschung: in Frankreich natürlich das absolut populäre STILL LOVING YOU, danach überraschend: NO ONE LOKE YOU, anschliessend Überraschung Numero 2: Uli auf die Bühne und HE’s A WOMAN-SHE’s A MAN, obligatorisch dann ROCK YOU LIKE A HURRICANE – fini! Aber so doch nicht. Akkustikgitarre ausgepackt und WHEN THE SMOKE IS GOING DOWN in die Menge für `ne gute Heimfahrt. Von der Setlist sowieso aber auch von der Spielfreude eines der besten Konzerte die ich je von der Band gesehen habe. Zwar geprobt aber nicht studiert wirkend wie in der Vergangenheit, ja schon fast improvisiert! Dann ab nach draussen, langes Palaver vor der Halle. Irgendwann mussten wir auch das Gelände räumen, denn mittlerweile war es wohl schon so etwa 01:30Uhr. Ich verabschiedete mich artig von den Mädels ( Yasi und seine Kumpels: Tansu und Michele waren „verschollen“ gegangen ) und ging behände, mein Fähnlein stolz über meiner Schulter hängend zu meinem Wagen. Hier musste ich natürlich noch ein wenig warten, denn die meisten der gut 7.000 Besucher war mit dem Auto da. Gegen 02.00 Uhr war ich dann endlich auf der Autobahn und düste Richtung Süden, Richtung Schweiz. Nach einigen Kämpfen mit der Müdigkeit und dem Schlaf kam ich erschöpft aber wohlbehalten zu hause an. Meine Frau wurde wach und so musste ich noch schnell meine Geschichte loswerden. Gegen 09:00 Uhr schon wieder auf ( ja, ja die Kinder ) und am Nachmittag ab zum Spätdienst. Noch heute, drei tage danach leide noch etwas unter dem Schlafmangel, den ich noch nicht aufholen konnte. Aber nach so einem Erlebnis nehme ich das gerne in Kauf! Bis zum nächsten Scorpionskonzert! Euer Jürgen

                                                                             Jürgen Zenner, 11.09.2005